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Thema: wir bauen unser Traumhaus

  1. #1

    Standard wir bauen unser Traumhaus

    Hallo zäme, wir sind die Familie Schafer. Wir haben das Forum „entdeckt“ über www.hausinfo.ch – wir haben im letzten Jahr viel von dieser Plattform profitieren können und möchten nun im neuen Forum unseren Weg zum Traumhaus mit interessierten teilen, nach dem Motto „lessons learnt“ – direkt von den Bauherren.

    Wir sind aktuell in der Endphase und können in rund zwei Monaten in unser neues zu Hause in Schmitten einziehen. Wir, das sind:
    Michel & Caroline
    Laura & Sarah (1 ½ Jahre alt)
    Mogli & Schnüffi (die zwei faulsten Katzen der Welt…)
    Wir wohnen momentan noch in einer Dinki-Wohnung (double income no kids) – Dach-Maisonnette, Loft-mässig grosse Räume, Galerie, Traumbad mit Rundbadewanne und Sicht durch Dachfenster in den Himmel, Whirlpool im Wintergarten und und und.
    Seit der Geburt unserer Zwillinge ändern sich die Bedürfnisse jedoch grundlegend. Unser Zustand ist: Dkni(double kids no income…). Wir sind viel mehr zu Hause (und sitzen die Hypothekarkosten ab…:-)) und wünschen uns einen Rasen für unsere Kinder und für uns… Nun dies hat uns dazu bewegt, das Projekt „Einfamilienhaus“ anzugehen.
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    Geändert von schaferfamily (12.07.2008 um 22:05 Uhr)

  2. #2

    Standard Kriterien für die Auswahl unseres künftigen Grundstücks

    Das war für uns das wohl schwierigste Kapitel – Bauland finden nach folgenden Kriterien:
    1) im Dorf gelegen und innerhalb einem Quartier;
    2) Dorf mit Einkaufsmöglichkeiten, Schulen, Bahnanschluss;
    3) Deutschsprachig
    4) Etwas Aussicht
    5) Zahlbarer m2-Preis…
    6) Etwas mehr als 400 m2 Land, damit wir ums Haus laufen können
    7) „muss auf den ersten Blick gefallen“

    Nun ja, wir haben viel gesucht – zuerst unstrukturiert und nach erfolglosen Monaten haben wir dann eine Nutzwertanalyse erstellt. Darin haben wir folgendes „ausgewertet“ bzw. evaluiert:
    - Nähe Autobahnanschluss
    - Einkaufsmöglichkeiten
    - Schulen, Kindergarten, Spielgruppe, Kribbe
    - Bahnanschluss ja/nein
    - Arzt, Zahnarzt
    - Distanz von/nach Bern mit dem Zug
    - Distanz von/nach Bern mit dem Auto
    - Stau auf dem Arbeitsweg…
    - hat es neue Quartiere bzw. Häuser im Dorf?
    - „Wohlfühl-Faktor des Dorfs“
    - Steuern
    Wir haben dann nach und nach (natürlich bevor die Kinder geboren waren; damals hatten wir noch viieeeeeeel Zeit :-) ) die Ortschaften besucht und bei denjenigen die gefielen haben wir uns via Gemeinde auf die Suche nach Bauland gemacht. Natürlich mussten wir Kompromisse machen, aber hierfür hatten wir ja die Priorisierung der Kriterien (sehr wichtig war z.B. Einkaufsmöglichkeiten, Schulen und m2 Preis des Lands).

  3. #3

    Standard Definitiver Entscheid zur Lage...

    Besucht haben wir einige Parzellen, die schönen waren zu teuer oder nur über einen 99-Jahre Mietvertrag zu haben. Wir haben auch mit Hilfe von Google Maps die Lage der jeweiligen Gemeinden bzw. Baugrundstück „vor-evaluiert“.
    Zu guter letzt sind wir im Nachbardorf fündig geworden… mehr durch einen Zufall. Eine grössere Parzelle (rund 7‘000 m2) wurde umzoniert und wir konnten bereits ein Stück „Wiese“ erstehen welches danach noch erschlossen wurde.
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  4. #4

    Standard Jetzt brauchen wir Beratung...--> ein Architekt

    Der Architekt war gegeben – es bestand auf dem Bauland eine Architekturverpflichtung. Uns war aber klar, dass wir keinen „Beton-Bau“ wollten aber auch kein Chalet – es soll gemütlich & wohnlich aber auch einen Touch vom modernen drin haben. Also haben wir insbesondere zu Beginn in der Planung sehr viel Zeit mit den Anforderungen und Wünschen verbracht. Der Architekt hat uns dann jeweils wieder Grobpläne und Skizzen gezeichnet oder uns beraten. Zu Beginn war unser Schloss natürlich das Doppelte vom eigentlichen Budget… Aber die Beratung war gut und noch vor der Detailplanung hatten wir Einigkeit wie das Haus werden sollte. Die Beratung und Begleitung in dieser wichtigen Phase war für uns als „Bau-Laien“ eine sehr gute Investition.

  5. #5

    Standard Entstehung erste Grobpläne (vom Papier-sammeln zu den ersten Skizzen)

    Gut Ding will Weile haben…
    Wir haben ja schliesslich jahrelang diverse Haus-Zeitschriften studiert und waren einige Häuser am „Tag der offenen Türe“ besuchen – bis nach Deutschland… Wir hatten also ziemlich konkrete Vorstellungen:
    - Freiraum für die Kinder (sowohl im Haus wie auch draussen)
    - Zwei Kinderzimmer mit eigenem Bad
    - Schlafzimmer mit integriertem Bad (unser Reich…)
    - Gästezimmer mit eigenem Bad
    - Büro
    - Bastelzimmer
    - Grosse Fenster
    - Alle Storen elektrisch
    - Rasenfläche mit Zaun
    - Südliches Flair (Palmen, Ferienstimmung,…)
    - Pavillon im Garten
    - Teich
    - Zwei Garagen
    - Kein Flachdach
    - Minergie-Standard mit kontrollierter Lüftung
    - Keine Heizung mit Heizöl oder Gas
    - Internet-Verkabelung im ganzen Haus
    - Zentrale Musikanlage mit Lautsprechern im ganzen EG
    Die Wünsche waren gross, Abstriche mussten gemacht werden, denn wenn man neben die Wünsche und Träume Zahlen setzt, dann wurden unsere Augen immer grösser (war da nicht noch ein reicher Onkel in Amerika…….???).
    Von allem nicht wirklich wichtigem konnten wir uns mit der Zeit trennen. Die kontrollierte Lüftung hatte mich am härtesten, aber wir mussten uns entscheiden zwischen Garage/Reduit für Kinderwagen etc./Loggia und der Lüftung… Nun ja…
    Hatten wir das Budget erreicht – der Architekt schätze jeweils die m3 unserer Pläne und multiplizierte diese mit 700.- je m3 – sind wir in die Phase „Detailplanung“ übergegangen.
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    Geändert von schaferfamily (12.07.2008 um 22:06 Uhr)

  6. #6

    Standard Energiekonzept

    Minergie sollte es schon sein – schliesslich sieht man dies in allen Zeitschriften… Wir waren hatten sogar eine Grobplanung für ein Minergie-P Haus durchgeführt. Da wir aber gerne etwas wärmer haben im Haus haben wir diese Variante wieder gestrichen.
    Klar war, dass wir Erdsonden-Wärme wünschen, dies schien uns die beste Lösung und gibt am wenigsten zu tun. Fussboden-Heizung musste auch sein, denn kalte Platten im Winter = immer Socken oder Finken anziehen… nö nö.
    Die kontrollierte Lüftung viel schlussendlich noch vor der Detailplanung raus; wir hatten von unserem Bankberater gehört, dass zwei Kunden mit dieser Lüftung nicht sehr zufrieden waren (Lärm und Zug bei den einten und Feuchtigkeitsrückstände und dadurch Katzenhaare in den Rohren bei den anderen). Dies, gepaart mit der Investition von rund 15‘000.-, hat schlussendlich auch mich überzeugt, diesen Posten einzusparen. Ich habe der Lüftung aber dennoch ein bisschen nachgetrauert, kann man dies später doch nicht nachrüsten…

  7. #7

    Standard Der erste Kostenvoranschlag.... U-F-F-F

    Unsere erste Vorstellung in Sachen Budget mussten wir revidieren. Es ist einfach unmöglich ein einigermassen „gefälliges“ Haus für das uns avisierte Budget zu bauen – ausser natürlich es kommt von der Stange und wir würden von unseren Wünschen – diejenigen die nach den vielen „Streichkonzerten“ noch geblieben sind – weitere Abstriche machen.

    Der Architekt hat uns jeweils mitgeteilt, dass er nicht weiterfahre ohne dass wir uns mit der Bank hinsichtlich Finanzierung abgesprochen haben. Fact war, dass:
    1) Unser Land doch etwas teuer war;
    2) Das restliche vom Gesamtbudget um 170‘000.- aufgestockt werden musste;
    3) Wir beinahe alle Reserven schon „verpufft“ hatten bevor der erste Bagger auffährt…

    Wir sich aber in der Ausführung zeigte, hatte der Architekt jeweils gut gerechnet. Viele kleinere Wünsche (Minergie-Passiv Fenster und Isolation, freistehende Badewanne, unser eigenes Traumbad, Internet im ganzen Haus, alle Storen elektrisch und weiteres) konnten im Rahmen des Budget ermöglicht werden.
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  8. #8

    Standard Finanzierung - reicher Onkel gesucht (2)

    Da wir heute bereits in einer Eigentumswohnung leben, kannten wir die unterschiedlichen Hypothekarmodelle etwas. Dennoch haben wir – um das Risiko dennoch etwas abzusichern – für unser neues Haus verschiedene Hypothekarmodelle kombiniert wohl auch deswegen, weil uns die aktuellen Hypotheken-Angebote eher „teuer“ schienen.
    Wir haben auch versucht bei einer Grossbank, wo wir doch immerhin seit Jahrzehnten zwei Konti besitzen, eine Gegenofferte zu unserer „Landbank“ einzuholen. Dieser Versuch blieb leider erfolglos – die Beratung war uns überhaupt nicht sympathisch. Wir vertrauen also weiterhin unserem bestehenden „Bänker“ das er uns ein gutes Angebot macht…
    Wir haben für das Land eine fixe Hypothek gewählt. Das Haus läuft auf einer Libor-Hypothek die fortlaufend um die Zahlungen an die Partnerfirmen erhöht wird. Wird der Kurs etwas besser werden wir wohl den „Hausteil“ auch auftrennen und einiges davon als fixe Hypothek absichern. Wir haben zudem unsere Pensionskasse und die 3. Säule verpfändet um ein besseres „Rating“ bei der Bank zu erhalten und natürlich auch um unser einzubringendes Eigenkapital möglichst gering zu halten.

  9. #9

    Standard Notar, Grundbuch, Verträge - können wir jetzt mal was bauen???

    Kurz uns schmerzlos war der Gang zum Notar (ausser das uns nach dem 15. Mal unterschreiben beinahe der Arm abgefallen ist ) – nun ja, der Schock kann danach: Die Rechnung Für Notar, Verschreibung, Grundbuch etc. (das hätte ein schönes Bus-System oder einen schönen Naturteich gegeben…). Es war ja budgetiert und wir waren eigentlich vorgewarnt; aber dennoch für sowenig Papier soviel Geld - und es ist noch kein Stein gesetzt worden...

    Organisieren mussten wir glücklicherweise in diesem Bereich nichts. Die Firma welche uns das Land verkauft hat, hat alles organisiert. Da unser Fleckchen zudem noch Wiese und nicht Bauzone war zum Zeitpunkt des Kaufs, hat uns die Firma bei der Erarbeitung der Quartierplanung fortlaufend informiert. Auch den Vertrag bzgl. Erschliessung erhielten wir mit einigen Wochen Vorlauf so dass wir diesen durch einen neutralen Dritten juristischen Fachmann prüfen lassen konnten.

  10. #10

    Standard Detailprojekt

    Freunde herrscht
    Jetzt sieht man zumindest auf dem Papier etwas das entsteht und wie unser künftiges Traumhaus aussieht. 1:50 Pläne – wow! Für uns Bau-Laien kam das grosse Staunen an was in den Detailplänen alles gedacht werden muss. Da ist sogar festgelegt, ab welcher Ecke der Plättler zu beginnen hat, auf Plänen 1:20, teilweise mit Details im Massstab 1:5!
    Zu Beginn unseres Projekts hatten wir eigentlich nur mit dem Architekten zu tun – nun kam die Zeit wo wir uns dem Bau-Projektleiter (Roman) anvertrauten. Er führte unser Projekt in die Realisierung.
    Für uns und Roman war dies eine zeit-intensive Phase. Zeit die wir nicht oder nur sehr begrenzt hatten. Schliesslich galt es jedesmal einen Babysitter zu finden der sich das hüten von Baby-Zwillingen zutraut; nicht einfach…
    Aber wir haben es dennoch geschafft, mit viel Hilfe von Roman. Er hat jeweils unsere Wünsche zu spüren versucht und hat dann eine Vor-Evaluation getroffen nach dem Motto: Das liegt drin, das nicht – geht hierhin aber nicht dorthin. Wir waren uns meist einig – ausser bei den Lavabos: Wir wollten Runde – er Eckige (weisch no Roman gäu, faus du üsi Blogs liesisch ).
    Das für uns absolut aufwendigste in dieser Phase (muss ja auch gesagt werden) war der Bereich Sanitärapparate. Ganze vier Mal mussten wir losziehen mit dem Auftrag „wir müssen weiter einsparen, sonst sprengt es das Budget“. Ausgerecht der Sanitärbereich, wo wir doch laut Architekt eigentlich mit 32‘000.- für drei Bäder und ein Besucher-WC reichlich budgetiert hätten. Aber bei Preisen von 1‘850.- für einen Wasserhahnen, wohl gemerkt ohne Montage oder Montagezubehör, mussten wir einfach irgendwo reduzieren. Schlussendlich gönnten wir uns im Elternbad und im Kinderbad doch einiges an Luxus, dagegen wurde das Gäste-WC und das Besucher-Bad auf das Minimum reduziert und in Sachen Materialien auf preiswertes gesetzt.
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