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#1 (permalink) |
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Gerne möchten wir unsere Erfahrungen rund um unseren Hausbau mit anderen teilen. Wir, das sind Astrid (29) und Sven (32), mit derzeitigem Wohnsitz in Zofingen. Seit 2006 sind wir glücklich verheiratet und haben 2 Kinder.
Seit unserem Entschluss Ende 2005 zusammenziehen zu wollen, waren wir auf der Suche nach Bauland für unseren Traum: ein eigenes Einfamilienhaus. Die Suche gestaltete sich jedoch als schwierig. Entweder war der Kaufpreis zu teuer oder die Lage, Infrastruktur oder andere Punkte erfüllten nicht unsere Kriterien. So haben wir uns zunächst einmal dazu entschlossen, eine Wohnung zu mieten und in Ruhe nach einem geeigneten Bauland zu suchen. Darum sind wir froh, heute in der Lage sein zu können, über unser eigenes Bauvorhaben berichten zu dürfen. Heisst das doch, dass wir an der Umsetzung unseres Traums "Eigenheim" sind. In den folgenden Beiträgen wollen wir unsere Eindrücke, Erfahrungen und vielleicht auch den einen oder anderen Tipp jenen mit auf den Weg geben, die ebenfalls bauen oder es einmal vorhaben. Geändert von ewoki (31.07.2008 um 12:32 Uhr) |
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#2 (permalink) |
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Unsere Kriterien an das Bauland und die Gemeindeinfrastruktur waren von Anfang an klar definiert:
- ruhige Lage, am besten Sackgasse - gemütliche Gemeinde, nicht allzu gross - keine Hauptstrasse in der Nähe - familienfreundliches Quartier - Kindergarten und Schule (mind. bis zur Sek.) im Ort - keine Hauptstrasse zwischen Bauland und Kindergarten/Schule - Laden mind. für das Wesentlichste im Ort - Bahnhof/Zughaltestelle - gross genug zum Austoben für die Kinder (mind. 600 m2 Land) - nach Möglichkeit Aussicht auf die Alpen - in jedem Kanton, nur nicht im Kanton Bern (steuerliche Gründe) - rasche Erreichbarkeit einer Autobahn, aber trotzdem nicht gerade in unmittelbarer Nähe der Autobahn Später (ca. 2007) kam noch die Präferenz dazu, in der Region um Solothurn sich auf die Baulandsuche zu konzentrieren, da Astrid gerne wieder in ihre angestammte Heimat zurück wollte. Geändert von ewoki (31.07.2008 um 12:36 Uhr) |
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#3 (permalink) |
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Moderator
Registriert seit: 01.05.2007
Beiträge: 180
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Wir sind gespannt!
Gruss, Alamo |
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#4 (permalink) |
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Für uns war klar, dass ein bestehendes Haus zu kaufen weniger Risiken bergen würde als ein Neubau. Wir fuhren zweigleisig: suche nach Bauland für einen Neubau und gleichzeitig nach einen bestehenden Haus.
Es gab bei Letzterem nur ein einziges, das wirklich unseren Vorstellungen entsprach. Nachdem wir endlich eines gefunden hatten, zog der Eigentümer kurzfristig und unerwartet sein Angebot zurück. Die Finanzierung wäre bereits gesichert gewesen. Es ging nur noch um den Einzugstermin. So kamen wir einige Zeit später durch einen Zufall zu unserem jetzigen Grundstück. Wir hatten ein Bauland im Nachbarort gesucht und wollten abkürzen. Jedoch bogen wir eine Strasse zu früh ab und kamen in ein Quartier, in dem ebenfalls noch Bauland ausgeschrieben war. Dort war allerdings kein Bauland mehr zu verkaufen, jedoch empfahl unser jetzige Architekt ein Bauland unweit des angeschauten Grundstückes. Das Bauland sei von privat zu verkaufen. So kam es, dass wir sehr schnell von dem Grundstück begeistert waren. Die Lage und die Infrastruktur entsprachen im Vollen und Ganzen unseren Kriterien. Nachdem wir das Bauland rund zwei Monate provisorisch reservieren konnten, entschieden wir uns Ende Oktober 2007, das Land in Selzach mit 792 m2 definitiv zu kaufen. |
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#5 (permalink) |
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Auf dem Grundstück gab es keine Servitut. So liessen wir den Architekten aus Solothurn, welcher uns das Bauland vermittelt hatte, eine Machbarkeitsstudie erstellen. Parallel dazu fertigte ein Generalunternehmer aus Herzogenbuchsee eine Gegenofferte an.
Wir waren der Meinung, wenn wir ein Haus aus deren Sortiment an unsere Wünsche anpassen lassen würden, dann wäre der Preis für das Haus sicherlich günstiger als der Preis eines Architekten. Nachdem wir jedoch die Offerte erhalten hatten, waren wir anderer Meinung. Alle Änderungswünsche machten den Endpreis um einiges höher als unser Limit. Nachdem der Architekt aus Solothurn seine Machbarkeitsstudie abgegeben hatte, stellten wir fest, dass aus dem dreistündigen Gespräch mit ihm viele unserer Vorstellungen und Wünsche nicht berücksichtigt wurden. Es war nicht genug hell in den Räumen, das Haus war länglich anstatt quadratisch, das Dreiecksfenster und die Lukarne waren miserabel umgesetzt, das Dach hatte nur 20 statt 35 Grad Dachneigung usw. . Insgesamt kamen wir auf ca. 20 Abweichungen. Der Architekt erhielt die Wahl, entweder unsere Vorstellungen einzuarbeiten oder wir würden die Zusammenarbeit mit ihm beenden. Insgesamt gab es noch 3 weitere Überarbeitungen des groben Grundrisses, bis wir eine Variante gefunden hatten, die uns durch und durch gefiel. Bis dahin hatten wir noch den einen oder anderen Vorschlag ins Auge gefasst und anschliessend wieder verworfen. Schlussendlich hatten wir das Gefühl, dass die Chemie zwischen Architekt und uns stimmte und er unsere Vorstellungen und Wünsche verstand und sehr gut umsetzten könne. |
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#6 (permalink) |
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Wir hatten sehr konkrete Vorstellungen von unserem Haus. Anfangs waren es noch 2 Varianten, die uns gefallen hätten : ein klassisches Einfamilienhaus mit Satteldach oder ein Häuschen im Landhausstil. Vor Beginn der Machbarkeitsstudie entschieden wir uns für die erste Variante.
Das durch den Architekten zu planende Haus musste folgende Punkte erfüllen : - Stil: klassisches Einfamilienhaus - Dachform: Satteldach mit 30° Neigung - Zusätze: Lukarne Richtung Süden mit Dreiecksfenster - Zimmer: - OG: 2 Kinderzimmer 1 Elternschlafzimmer Bad mit WC und Doppellavabo, allerdings ohne Dusche - EG: Kombinierter Wohn-/Essbereich Richtung Süden Offene Küche Dusche mit WC 1 Bürozimmer - UG: Raum für Technik und Waschen 1 Abstellkeller Hobbyraum mit Bastel- und Kinoecke - Fenstertyp: grosse Fenster für helle, lichtdurchflutete Räume. Im OG auf der Nordseite grosse Dachfenster - Heizung: Wärmepumpe mit Bodenheizung. Zum Wohlfühlen ein Cheminee im Wohnzimmer - Technik: universelle Hausverkabelung für TV, Telefon/Radio, Internet etc. - Anbauten: angebaute Doppelgarage mit Terrasse aus OG begehbar Diese Vorstellungen gaben das Erscheinungsbild des Hauses recht eng vor. Da wir beide die gleichen Vorstellungen und den gleichen Geschmack hatten, waren diese Punkte recht schnell festgelegt. Geändert von ewoki (04.03.2009 um 14:15 Uhr) |
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#7 (permalink) |
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Zunächst hatten wir uns mit dem Thema Minergie nicht beschäftigt. Für uns war klar : eine Wärmepumpe musste es sein. Eine gute Dichtung der Fenster und der Aussenwände war uns auch wichtig.
Während der Planungsphase, also noch vor der Abgabe des Baugesuchs, erschien eines Tages ein Artikel über einen Energieberater in Grenchen in der Zeitung. Diesen könne man besuchen und sich kostenlos beraten lassen. Wir dachten uns, dass es ja nicht schadet mal bei ihm vorbeizuschauen. Der Energieberater prüfte unsere Pläne, fragte uns nach unseren Vorstellungen und gab wertvolle Tipps. So konnten wir z.B. die ein oder andere Wärmebrücke eliminieren. Auch machte er uns das Thema Minergie "schmackhaft". Aufgrund des höheren Komforts durch eine kontrollierte Lüftung, der nochmals höheren Einsparung von Energiekosten durch eine noch bessere Isolierung und einer Prüfung der Dämmwerte für die Minergie-Zertifizierung lies uns zur Entscheidung kommen, dass wir aus unserem Haus ein Minergie-Haus wird. Darum wird unser Haus nun über eine kontrollierte Lüftung verfügen und eine Wärmepumpe zur Versorgung der Bodenheizung. Sonnenkollektoren zur Warmwassergewinnung oder Solarzellen zur Stromerzeugung sind aus Budgetgründen zunächst einmal gestrichen worden, sind aber sicherlich mittelfristig wieder ein Thema. |
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#8 (permalink) |
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Der Kostenvoranschlag war das Spannendste nach den Plänen. Schliesslich entschied sich dabei, welche Dimension, Ausmasse und Wünsche umsetzbar waren. Der Kostenvoranschlag erreichte das von uns gesetzte Limit. Das Limit hatten wir mit reichlich Puffer gewählt.
Im Laufe der Baugesuchserstellung entschieden wir uns wie bereits erwähnt noch kurzfristig, unser Haus nach Minergie-Standard zu bauen. Dies brachte eine Verteuerung der Projektkosten um rund 5% mit sich. Trotzdem blieb noch einiges an Reserven übrig. Mit zunehmendem Fortschritt der Arbeiten stellte sich jedoch heraus, dass einige Positionen den KV-Betrag überschritten. Dies lag in nur wenigen Fällen an den von uns definierten Änderungen oder Erweiterungen, in den meisten Fällen ergab es sich durch Teuerung oder "unerwarteten" Mehrkosten. Einzelne KV-Positionen wurden massiv überschritten, da der Architekt von anderen Ausgangslagen ausgegangen ist, obwohl wir von Anfang an gesagt haben, dass wir dies und jenes dabei haben wollen und dies im Gesamtpreis auch ersichtlich sein sollte. Schlussendlich waren trotz einigen Abstrichen durch uns unsere Reserven komplett aufgebraucht, so dass einzelne Positionen wie das Gartenhaus oder der Ausbau der Terrasse auf der Garage in die Warteschleife gestellt wurden. Es bleibt die Erkenntnis, dass Bauherrschaft und Architekt wohl nicht immer vom Gleichen reden. Geändert von ewoki (28.11.2008 um 15:32 Uhr) |
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#9 (permalink) |
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Die Wahl des Hypothekarmodells ist immer eine Frage aus Risikobereitschaft und der persönlichen Präferenzen. Wir liessen uns durch verschiedene Banken beraten. Da mein Arbeitgeber mit vier Banken zusammen einen Zustupf zum Hypothekenzins gibt, war die Auswahl an Banken begrenzt. Zwar holten wir auch Vergleichsangebote anderer Banken ein, jedoch konnten diese Angebote die vergünstigten Konditionen nicht annähernd unterbieten.
Da unser Eigenkapital hoch genug war, konnten wir ohne 2. Hypothek auskommen. Dies lies uns in der Belastbarkeitsrechnung noch etwas besser da stehen. Zunächst waren wir auf eine langfristige Festhypothek fixiert. Jedoch waren die Zinssätze in den vorangegangenen Monaten derart gestiegen, dass z.B. eine 10-Jahres-Festhypothek nicht mehr attraktiv war. Aus diesem Grunde kamen wir von unserer ersten Vorstellung ab und entschlossen uns, eine Hypothek auf variabler Basis abzuschliessen. Sobald die Zinsen für Festhypotheken wieder niedrig sind, werden wir diese Form der Hypothek nochmals prüfen. Geändert von ewoki (28.11.2008 um 15:33 Uhr) |
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#10 (permalink) |
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Die Grundstücksüberschreibung war eine langwierige Angelegenheit. Im Oktober letzten Jahres teilten wir der Verkäuferschaft mit, dass wir das Grundstück definitiv kaufen möchten. Zunächst wurde ein Verkauf noch im Dezember vorgeschlagen. Aus steuerlichen Gründen einigten wir uns dann aber für einen Verkauf Anfang des folgenden Jahres.
Die Verkäuferschaft erklärte, sich um die Anmeldung beim Grundbuchamt zu kümmern. Durch Ferienabsenzen der Verkäuferschaft und uns wurde es schliesslich Anfang März, bis die Anmeldung beim Grundbuchamt erfolgte. Die Bearbeitungszeit bis zum Notartermin wurde mit 6-8 Wochen angegeben. Da wir aufgrund unseres angepeilten Einzugstermins Ende September nicht warten konnten, fingen die Bagger mit einer provisorischen Baubewilligung an zu graben. Der Termin beim Notar fand dann schlussendlich erst Ende Mai statt, da die Bearbeitung der Anmeldung durch das Grundbuchamt entsprechend langsam voranging. Beim Notartermin ging glücklicherweise alles gut, obwohl die Verkäuferschaft zunächst noch bedenken wegen der Bedingungen im von der Bank ausgestellten Zahlungsversprechen hatte. Diese konnten jedoch ausgeräumt und die Unterschriften unter den Vertrag gesetzt werden. Ende Juni war die Eintragung im Grundbuch dann endlich vollzogen und wir stolze Besitzer des Grundstücks, auf dem wir zwischenzeitlich schon seit dreieinhalb Monaten gebaut haben. Geändert von ewoki (28.11.2008 um 15:34 Uhr) |
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