Auflösung Festhypothek

Hallo zusammen

Ich habe eine Frage an die Hypotheken- und Finanzspezialisten unter euch. Wir möchten unser Haus verkaufen, und haben nun ein Angebot, bei dem unser der interessierte Käufer eine Wohnung zur Miete anbietet, die unseren Vorstellungen entsprechen würde.

Das Problem: Wir sind noch einige Jahre an eine Festhypothek gebunden. Wir wollen also nicht auf eine andere, heute sehr günstige Hypothek wechseln, sondern allenfalls ganz aussteigen. Ist das möglich und wenn ja, was für Kosten berechnet da die Bank?

Gruss, brickinthewall

:eek: das wird teuer, lieber brickinthewall

Ich habe dir dazu einen ganz interessanten Artikel gefunden. Achte einfach nicht zu sehr auf den Titel der Site - “Traumhaus” :wink:

Frühzeitige Kündigung der Hypothek - Das Schweizer Portal rund ums Eigenheim - TraumHaus

Gruss und viel Glück, Dr. House

Ob es teuer kommt oder nicht, hängt sehr von der einzelnen Bank ab. Wir hatten letzthin im Bekanntenkreis genau so einen Fall. Die Bank war sehr kulant, wohl auch, weil der neue Besitzer der Wohnung ebenfalls bei derselben Bank finanziert hat.

Das dürfte in der heutigen Zeit mit der Kulanz wahrscheinlich wirklich kein grosses Problem sein - wenn, ja wenn man ein neues Objekt kauft und dieses über die gleiche Bank finanzieren lässt. Aber die Auflösung der Hypothek wie von brickinthewall geplant, ist natürlich etwas anderes.

Die meisten Banken werden mit sich reden lassen, wenn für sie etwas rausschaut - was letztlich das Geschäft der Banken ist… Es wird eine sogenannte Vorfälligkeitsprämie fällig. Deren Höhe hängt von der restlichen Laufzeit der Hypothek ab. Die Entschädigung berechnet sich üblicherweise nach der Differenz zwischen dem vertraglich festgelegten Zins und den aktuellen Sätzen auf dem Kapitalmarkt. Und das kann ganz schön ins Geld gehen…:eek:

Alamo

Eine teure Sache.
Nur nach zähesten Verhandlungen entliess die CS mich aus einer “am Telefon am 21.4.08 abgescholssenen” Festhypotheke von Fr. 350000 über 5 Jahre zu 4.2%. Zuerst war die Ablösesumme um die 50’000 Franken, dann am Schluss Fr. 12’000 cash.
Zum Abschluss am Telefon: Trotzdem ich nach Erhalt der Auftragsbestätigung von CS sofort klar stellte, dass ich keinen Abschluss tätigte, sondern nur die Konditionen wissen wollte, zogen sich die Verhandlungen zur Auflösung dieses “Abschlusses” ein und einhalbes Jahr dahin. Auf meine Rückfrage beim “BEOBACHTER” erklärte man mir, dass die CS beweisspflichtig sei. Diese stellte sich jedoch auf den Standpunkt, dass ein telefonischer Abschluss einer Hypotheke ein Finanzgeschäft sei, wie zB der Kauf von Aktien etc. und deshalb kein schrftlicher Vertrag nötig ist. Die Rechtschutz-Versicheruuung hat mich auch nicht unterstützt, da Bankgeschäfte nicht versichert seien. :mad:

Die Geschichte hört sich ja heftig an. Die Bank hat sich’s ziemlich einfach gemacht. Bin kein Jurist, aber gibt es auch bei mündlich abgeschlossenen Verträgen (falls das wirklich einer war) nicht auch ein Rücktrittsrecht? :studier:

Hei, danke für eure Unterstützung

Aus dem Deal ist zwar nichts geworden, aber ich treffe mich jetzt Anfang 2010 doch mal mit unserem Banker. Es würde mich doch interessieren, was der Ausstieg aus der Hypo kostet. Ich versteh irgendwie, warum die Schweiz ein Volk von Mietern ist… (jetzt erst… ;))

brickinthewall

@brickinthewall:

Und, schon mit dem Banker getroffen? Konntest du die Hypothek auflösen?

Trotz Ausstiegsprämie kann sich der Wechsel manchmal lohnen. Ein Arbeitskollege hat seine Hypothek vor knapp einem Jahr aufgelöst, die Prämie bezahlt und auf eine Libor-Hypothek gewechselt. Durch den tieferen Zinssatz hat er die Prämie schon fast wieder drinnen. Der Fairness halber muss gesagt werden, dass er die ursprüngliche Hypothek vor vier Jahren langfristig abgeschlossen hat.

Gruss,
Tinu

Hoi Tinu

Danke der Nachfrage, war wahrscheinlich noch im Koma :wink: Ja, ich war dort und bin relativ ernüchtert wieder von dannen gezogen. Die Übung würde teuer, wenn man da wieder raus will. Er hat mir das so vorgerechnet.

Die Hypothek beläuft sich auf 400’000 Franken, in zwei Tranchen mit verschiedener Laufzeit zu 4 %. Die Bank refinanziert die Hypothek in dem sie den Betrag anlegt. Die Differenz aus dieser Anlage zu den 4 % auf die noch ausstehende Dauer würde fällig, wenn ich die Hypo auflösen möchte. Ich weiss nicht mehr genau, wie gross die Zinsdifferenz ist, aber der Gesamtbetrag ging um die 30’000 Franken… :mad:

Gruss, brickinthewall

Ja, scheint so, als ob 4% zwar hoch, aber nicht hoch genug sind, um eine günstigere Alternative abfedern zu können. Mein Arbeitskollege war ursprünglich bei fast 5% (war glaub eine 8jährige Hypothek oder so) und hat auf eine Libor-Hypthek gewechselt. Bei dem hat es sich gelohnt.

Hallo Freunde der Hypotheken

Unsere Hypo steht in 15 Monaten zur Erneuerung an, und mich ärgerts natürlich gewaltig, wenn die Zinsen bis dahin wieder steigen sollten. Wie komm ich am besten mit der Bank ins Geschäft, damit wir vielleicht vorher verlängern könnten? Ist das überhaupt möglich ? :studier:

Hausi

Salü Hausi

Ich weiss, was du meinst :wink: 15 Monate sind vielleicht etwas viel, aber sprich mal mit deiner Bank über eine Termin-Festhypothek. Bei einer Termin-Festhypothek werden Zinssatz, Betrag und Laufzeit in der Regel ein bis zwölf Monate vor Auszahlung der Hypothek vertraglich geregelt. Danach bleibt der Zinssatz während der vereinbarten Laufzeit der Hypothek ungeachtet der allgemeinen Zinsentwicklung unverändert. Die Termin-Festhypotheken sind normalerweise teurer als sofort beginnende Festhypotheken. Wenn ein Zinsanstieg absehbar ist, kann sich eine Termin-Festhypothek aber trotzdem lohnen.

Hoffe, dies hilft weiter - Dr. House

Kann Dr. House nur recht geben. Kommt etwas drauf an, wo du lebst und wer deine Bank ist. Bei der ZKB werden die Termin-Festhypotheken auf 24 Monate angeboten.

Gruss, Alamo

Herzlichen Dank für die Inputs. Habe schon mal davon gehört, bin aber nicht so der Spezialist. Werde mich umgehend mit meinem Berater in Verbindung setzen. Ist sicherlich nicht der dümmste Moment, um bei DER Schweizer Grossbank vorstellig zu werden :toll:

Hausi

Und, was hat DIE Schweizer Bank gemeint?

Cucaracha

Wir haben soeben unsere Hypotheken neu geordnet und sind aus einem laufenden Vertrag ausgestiegen.Die Laufzeit wäre bis Ende 2011 gegangen. Die Ausstiegsprämie betrug 0.47 Prozent und mit dem neuen Hypothekarzinssatz sind wir über 1 Prozent günstiger als mit dem alten Satz. Die Hypothek haben wir auf vier Jahre fix abgeschlossen und der Ausstieg rechnet sich schon nach knapp anderthalb Jahren. Die Banken sind recht flexibel geworden und lassen gut mit sich reden. Gewisse Geldinstitute schwimmen fast in Kundengeldern und wissen kaum, wo sie das Geld anlegen sollen - was sich erfreulicherweise in guten Hypozinskonditionen für die Kunden auswirkt.

Ou, das hört sich aber gut an! Gratuliere!

Kannst du mir diese 0,47 % mal ausdeutschen. DIE grosse Schweizer Bank will auf eine 200’000 Tranche eine Ausstiegsprämie von 18’500 Franken. Bin fast vom Stuhl gefallen!

Gruss, Hausi

Hei Mondrian

Wie berechnen sich diese 0,47 %, das würde mich auch interessieren. Bei uns gings wie früher bereits genannt eher in die Richtung von Hausi. Die sind ja völlig irre! :mad:

brickinthewall

Ich gebe es zu: es waren etwas spezielle Umstände. Zum einen haben wir aus der geschäftlichen Nebenbank- eine Hauptbankbeziehung gemacht. Dazu kam, dass die ursprüngliche Hypothek aus einem Produkt besteht, dass die Bank heute eigentlich gar nicht mehr so anbietet und froh war, dass sie das Produkt rauskippen konnte. Weiter kamen uns die relativ kurzen Restlaufzeiten der bestehenden Hypotheken entgegen.