Kreditkrise und die Folgen

Ausgelöst durch die Entwicklungen auf dem US-Immobilien resp. Finanzmarkt zittert mittlerweile die ganze Welt vor den wirtschaftlichen Folgen und die Rezessionsängste in den USA werden täglich grösser. Hier ein interessanter Artikel zu den Auswirkungen auf die US-Bauindustrie:

Generell: Was haltet ihr von der ganzen Sache? Eure Meinungen sind gefragt - wie ist es soweit gekommen? Wie gehts weiter?

Thx - Alamo

Hi Alamo

Eigentlich mag ich das ganze Geklöne über die US-Finanzkrise nicht mehr hören. Aber eben, am Ende trifft es selten die Chefs der grossen Finanzinstitute, welche im schlimmsten Fall ihren Abgang noch mit grossen Entschädigungen versüsst bekommen, sondern wieder mal die einfachen (Bank-)Angestellten.

Das alles scheint mir eine Entwicklung von immer grösser, immer schneller wachsen, immer mehr Firmen funsionieren und immer mehr verdienen wollen zu sein. Jetzt brechen multinationale Firmen auseinander, werden zu Übernahmekandidaten, das Gejammer ist gross. In wirtschaftlich guten Zeiten wird der Föderalismus gross aufs Banner geschrieben. Geht’s jedoch den Berg runter, wird der Ruf nach staatlicher Unterstützung schnell laut. Eine richtige Fünfer-und-Weggli-Mentalität.

Ob die Leute was daraus lernen? Ich glaub’s nicht. Das ist wie eine Wellenbewegung. Jetzt das Gejammer und die Talfahrt. Später, wenn das Vergessen Einzug gehalten hat und die Wirtschaft wieder anziehen sollte, geht das ganze Spiel von vorne los.

Ich würd mir wünschen, dass die Leute realisieren, dass Wachstum alleine keine ausschlaggebende Grösse ist. Qualität kommt immer noch vor Quantität.

Grüsse,
Nicola

Kann mich Nicola nur anschliessen. Ich glaube auch nicht, dass eine Umkehr einsetzen wird. Mir kommts auch so vor, als würden die breite Öffentlichkeit solche Szenarien je länger je mehr mit einem Schulterzucken zur Kenntnis nehmen.

Es ist wirklich Stammtisch-Niveau, aber ich klopfs nicht, warum ein Herr Ospel mit seiner Bank allein in den letzten drei Monaten 2007 12,5 Mrd. in den Sand fahren darf, und als einzige Konsequenz lässt er sich keinen Bonus auszahlen. Halloooo? Der Mann hat ja nichts Strafbares getan, aber die Konsequenzen ziehen, Verantwortung übernehmen und jemandem anderen das Zepter überreichen, wäre ja wohl jetzt fällig. Aber was kommt danach… :confused: wirds besser :confused: Natürlich hat der Mann zuvor während Jahren rund 60 Mrd. Gewinn eingefahren, nur - was hatten wir davon?

Na ja - die Welt wird daran nicht zu Grunde gehen, da gibts genug anderes…

Gruss, Hausi

Na, na - jetzt kriegt euch mal wieder ein. Einen Schaden haben in erster Linie die Aktionäre und die Bank selber. Der normale Kunde ist davon kaum betroffen, so wenig wie er von den 60 Mrd. Gewinn der letzten Jahre betroffen war.

Ich denke, die UBS hat weniger ein finanzielles als ein Imageproblem. Ob dazu auch der Ospel gehört, kann ich kaum abschätzen, denn letztlich geht es auch hier nicht darum, ob der kleine Kunde Vertrauen in Ospel hat (hatte er das je?), sondern ob die Banker-Welt “ihren” Marcel hält oder nicht. Ich denke, im Moment bringt ein Abgang von Ospel gar nichts. Aber wenn der Schaden aufgewischt ist, dürfte er einem Nachfolger Platz machen.

Mal sehen…

Dr. House

Lieber Dr. House

Auch der kleine Sparer war in den letzten Jahren betroffen. Das Geschäft gemacht und eingesackt haben einige wenige. Der kleine Kunde im Retailbanking war für die mächtigen Finanzinstitute gar nicht mehr attraktiv. Und wenn, dann zu miserablen Konditionen, mit langen Entscheidungswegen und grossen Spesen.

Wenn die Banken grosse Gewinne gemacht haben, dann hat sich das in erster Linie in den Aktienportfolios von Grossanlegern und in den Boni der Banker gezeigt. Bei Verlusten hingegen trägt vor allem die Öffentlichkeit den volkswirtschaftlichen Schaden.

In einem Punkt gebe ich dir Recht: der Herr Ospel ist vor allem ein Imageproblem der Bank. Und somit erübrigen sich sämtliche Diskussionen im Zusammenhang mit dessen Posten. Es gibt schliesslich noch genug andere, umsichtigere Banken, zu denen man wechseln kann.

Wie sagte schon Trappatoni: " 'abe fertig!"

Grüsse,
Nicola

Hallo Nicola

Ich sag ja, “so wenig wie er von den 60 Mrd. Gewinn der letzten Jahre betroffen war”. Sprich - von den Gewinnnen hatten wir auch nix… :wink:

Mal sehen, wie das weitergeht. Nur weil Microsoft 45 Mrd. Dollar in Hand nimmt, gehts mit den Börsen sicher nicht längerfristig wieder aufwärts. Da wir noch Einiges kommen…

Gruss, Dr. House

Und damit nicht die UBS die ganze Hause abkriegt, hier noch der Link zum nachträglichen CS-Abschreiber:

http://moneycab.presscab.com/de/templates/?a=44533&z=2

Das ist doch wirklich ein Witz, sowas nur ein paar Tage nach der Jahres-MK… :mad:

Cheers, Dr. House

Fällt das unter das Thema “kreative Buchführung”? So frei nach dem Motto: upps, da haben wir doch was übersehen… :smiley:

Na ja, wenn man zwanghaft versuchen will, das bisschen Restvertrauen zu verspielen, dann nur weiter so. Aber geschieht denen ganz recht. Steht die UBS zumindest nicht alleine als “Buhbank” da :wink:

Dr. House

Ein Ende des Krebsgangs scheint ja noch lange nicht anzustehen. Ist schon eine gewaltige Geschichte. Vor ein paar Monaten hat man sich noch gewundert, dass eine seriöse Bank wie die UBS 4 Mrd. abschreiben muss, mittlerweile sind wir bei ganz anderen Zahlen und so schön peu à peu gehts nicht nur den Grossbanken an den Kragen, sondern das ganze Vertrauen ins Finanzsystem als solches geht Flöten. Na ja, zuletzt hatten wir ja ein paar gute Jahre… :wink:

In Sorge, brickinthewall