Siedlungs-Jahresrechnung

Hallo zusammen

Mal ne kleine Frage. Ich wohne in einer REFH-Siedlung. Jetzt ist die Jahresabrechnung der Verwaltung gekommen, und da ist darauf ausgewiesen, wieviel jede Partei an Öl verbraucht hat und welche Kosten dafür anfallen, wie viel für die Einstellhalle und so weiter. Macht ein Total von Fr. xxxx. Und dann kommt das, worüber ich ich mich gewundert habe. Fein säuberlich ist von jedem Mitglied der Gemeinschaft ausgelistet, wie hoch die Raten in den letzten 12 Monaten waren und was jeder bisher gezahlt hat. :eek:

Ich habe keine Probleme damit, habe eher zuviel bezahlt, aber andere werden da ganz schön an den Pranger gestellt. Weiss jemand, ob das überhaupt erlaubt ist?

Merci für die Auskunft. cucaracha

Hi Cucaracha

Ob’s erlaubt ist oder nicht, keine Ahnung. Ich weiss bloss, dass das offenbar eine ziemlich weit verbreitete Praxis ist. Bei Bekannten von uns, die wie du in einer REFH-Siedlung wohnen, und bei den Schwiegereltern mit dem Stockwerkeigentum im Ferienchalet ist das ebenfalls gang und gäbe.

Wenn einer mit dem Bezahlen der Nebenkosten im Rückstand ist, so ist das eine Sache zwischen der Verwaltung und dem betreffenden Vermieter/Eigentümer. Dazu braucht es nicht noch die Blossstellung gegenüber den Mitparteien. Das ist schlicht und ergreifend eine Schweinerei.

Gruss
Tinu

Zitat Tinu:
Wenn einer mit dem Bezahlen der Nebenkosten im Rückstand ist, so ist das eine Sache zwischen der Verwaltung und dem betreffenden Vermieter/Eigentümer. Dazu braucht es nicht noch die Blossstellung gegenüber den Mitparteien. Das …
Zitat Ende.

Ganz so einfach ist das nicht, Tinu.
In einer Eigentümer-Gemeinschaft herrscht Solidarhaftung. Wenn also ein Gemeinschaftler nicht bezahlt oder nicht mehr bezahlen kann, werden die andern Gemeinschaftler dafür einstehen und die ausstehenden Beträge berappen müssen. Egal welcher Art sie sind, Heizkosten, Warmwasser, Verwaltungskosten oder was auch immer.
Unter diesem Aspekt haben die Gemeinschafter schon ein Anrecht zu wissen, ob von allen Beteiligten pünktlich bezahlt wird.

Genau genommen sollten sogar die Einnahmen, also Zinsen auf Bankkontis usw. mit den Zahlungsständen resp. -ausständen verrechnet werden. Also wer mit Zahlungen im Rückstand ist, hat kein Anrecht auf Zinsausschüttung.

Peperontschoni:)

Hi Peperontschi

Offenbar ist es erlaubt, und einerseits finde ich es auch nicht in Ordnung, dass da jemand öffentlich angeprangert wird. Auf der anderen Seite waren Peperontschis Angaben auch meine Überlegungen. Was ist, wenn der olle Nachbar Pleite ist - und drum geht es uns halt schon was an. Das mit den Verzugszinsen habe ich mir noch gar nicht überlegt, stimmt aber natürlich auch. Ist das wohl auch so ein Fall, wo die Ehrlichen eigentlich die Blöden sind? …:mad:

Gruss, cucaracha

Hi cucaracha

Sowieso sind die pünktlichen Zahler in diesem Fall die Blöden. Sie finanzieren im Prinzip den geregelten Zahlungsplan von Akontos usw. erarbeiten die Zinserträge. Aber eventuelle Verzugszinsen oder auch Zinserträge werden dann auf die Stockwerkseinheiten nach üblichem Schlüssel verteilt. Das heisst, wenn es Minuszinsen oder Verzugszinsen an Banken oder Lieferanten zu blechen gibt, zahlen da alle nach Verteilerschlüssel daran, auch die Pünktlichzahler.

Ich meine, die Pünktlichzahler haben ein Anrecht darauf, zu wissen, wer in Verzug ist. Mit öffentlich an den Pranger usw. hat das m.E. nichts zu tun. Eine Gemeinschaft kann in dem Sinn nur sauber funktionieren, wenn die Beteiligten über alles im Bild sind.
Wenn ich Minuszinsen bezahlen muss, will ich als Pünktlichzahler wissen warum. Wenn es ist, weil einer einfach so nach Gutdünken seine Nebenkosten-Akonto bezahlt, wann es ihm passt, will ich wissen, wer das ist. Und zwar damit ich ihm deutlich sagen kann, dass das so nicht geht. So funktioniert das in einer Gemeinschaft. Ich würde den Spiess eher umkehren und anstatt von Pranger von assozial reden.

Peperontschoni:)

Hi Peperontschi

So habe ich das gar noch nicht betrachtet, deine Erklärungen leuchten mir ein. Danke für die Erläuterungen! :toll:

Gruss,
Tinu