Unser Hausbau in Utzenstorf


#1

Hausinfobegleitet die Bauherren Heidi Lutstorf und Dietrich Bögli mit ihrer Tochter Anouk bei der Verwirklichung ihres Traums: Wir berichten über ihren Hausbau von den ersten Plänen bis zum Bezug des Heims.

Unter 20 Bewerberinnen und Bewerbern aus der Deutschschweiz hat die Redaktion Heidi Lutstorf und Dietrich Bögli mit ihrer Tochter Anouk ausgewählt. Ab August will die junge Familie in Utzenstorf ein Minergie-P-Haus bauen.

Wie es der Familie dabei ergeht, kann in diesem Forum nachgelesen werden.


#2

Spitzenidee :toll: Bin gespannt! Ich hoffe, dass gibt endlich mal einen vernünftigen Überblick, wie umfangreich so ein Projekt ist - von A-Z.

Gruss, brickintewall


#3

Inzwischen haben wir einen weiteren Schritt bei den Vorbereitungen getan. Die Pläne sind soweit entwickelt, dass das Baugesuch bei der Gemeinde eingereicht werden konnte. Bevor wir die Bewilligung erhalten, braucht es wieder viel Geduld und warten, warten, warten ist angesagt.
Gemäss Baubewilligungsdekrets des Kanton Berns müssen gleichzeitig mit der Baubewilligung die Profile aufgestellt werden, was wir leider nicht getan haben :). Zum Glück heisst es im Dekret weiter, dass die Profile bis spätestens zur ersten Publikation aufgestellt werden müssen :phu: . Uns bleiben also noch vier Tage Zeit. Am Wochenende waren wir aber bereits fleissig und haben eigenhändig in zwei Ecken eine knapp 7 Meter hohe Profillatte aufgestellt und verstrebt. Hätten uns beim Aufstellen nicht etliche hohe Sträucher und Bäume behindert, so stünden wohl bereits alle 4 Eckpunkte. So heisst es zuerst: Ran an die Motorsäge!

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#4

Hallo an die zukünftigen Utzenstörfer :slight_smile:

Wir haben vor zwei Jahren in Utzenstorf gebaut und fühlen uns sehr wohl - wo baut Ihr denn genau?

Gruss
Tosci


#5

wir bauen an der Lindenstrasse 36. Das ist am Ortausgang Richtung Koppigen. Gerade oberhalb des Bauernhauses.

Grüsse nach utzenstorf…


#6

Seit unser Baugesuch im Anzeiger publiziert wurde, wird unser Briefkasten auf’s Äusserste strapaziert. Täglich fliegt (wie bei Harry Potter’s Eulenpost) zahlreiche Post aus der ganzen Schweiz in unser Haus: Anfragen für Schreinerarbeiten, Elektro - und Sanitärinstallationen, Prospekte für Chemineeofen, Bodenbeläge, Küchenfronten, Whirlpools, usw. Das Meiste landet ehrlich gesagt in der Papiersammlung, Einiges wird in die Kiste “Bauen” gelegt und aufbewahrt, man weiss ja nie. Mit dem Architekt wurde nämlich schon im Frühling abgesprochen, bei wem die Offerten eingeholt werden.

Bevor ich mich jedoch mit konkreten Einrichtungsplänen herumschlagen kann, beschäftigen mich ganz andere Fragen :studier: . Was ist, wenn es doch noch zu Einsprachen aus der Gemeinde kommt? Können wir wirklich alles so verwirklichen wie wir es geplant haben? Wie sehen die einzelnen Budgetposten aus?
Für mich ist klar: erst wenn das Rollfeld geräumt ist und wir freie Bahn haben werde ich mich so richtig auf die Prospekte stürzen. Bis dahin heisst es für mich schön die “Baukiste” füllen und ab und zu eine Nase voll nehmen :wink: .

Heidi Lutstorf


#7

Die Idee der Photovoltaikanlage auf dem Dach unseres EFH ist alt. Aber dies auch von Anfang an konkret umzusetzen, ist stark begünstigt worden durch die neue Energiepolitik, konkret die Verordnung zur kostendeckenden Einspeisevergütung. Demnach sollten Anlagen in der Grösse von unserer 90 Rp/kWh Entschädigung vom Stromabnehmer erhalten. Damit wären Zinsen, Abschreibungen und Unterhalt gedeckt.
So habe ich guten Mutes am 1.Mai (frühstmöglicher Zeitpunkt) die Anmeldung eingereicht. Leider haben das mit mir tausende hoffnungsvolle, potentielle Ökostromproduzenten ebenfalls gemacht. Folge: Mit grosser Wahrscheinlichkeit werden nur die allergrössten Photovoltaik-Anlagen profitieren, denn die Verteilung erfolgt nach der Grösse der Anlage :frowning: .
So beginnt die Rechnerei also wieder von vorne, nur mit ganz anderen Vorzeichen, mit einer Einspeisevergütung von 15 Rp/KWh. Dafür haben wir die Möglichkeit, den Teil des Stromes, den wir nicht selber brauchen als Ökostrom zu vermarkten. So nach dem Motto “Ökostrom von Nachbars Dach”. Hat jemand Interesse?

Dietrich Bögli


#8

Seit kurzem bin ich nun stolzer Besitzer von sage und schreibe 737 m2 Land, präziser Bauland. Dass diese Fläche wirklich so gross ist und dass man darauf wirklich ein Haus bauen kann hätte vor 2 Wochen noch niemand geglaubt (vgl. Fotos). Auf einem grossen Teil der Fläche wuchsen nämlich Sträucher und Bäume, fast ein kleiner Wald war es. Bereits im letzten Winter haben wir (mein Vater, mein Schwager und ich)einige grosse Bäume gefällt. Darunter ein wilder Kirschbaum, der inzwischen in Bretter gesägt worden ist, woraus bald unser neuer Esstisch entsteht. So richtig radikal konnten wir aber damals noch nicht holzen, weil immer noch offen war, ob die Parzelle wirklich umgezont würde.
Vor 2 Wochen konnten wir dann endlich radikal zu Werke gehen. Innerhalb von nur 2 Tagen haben wir den kleinen Wald gerodet und die Parzelle war nun von riesigen Asthaufen übersät. Wenige Tage später kam ein grosser Schreder, der diese in kürzester Zeit häckselte - eine eindrücklich Maschine.
Die nun “nackte” Parzelle schien um ein Mehrfaches grösser und inzwischen ist klar: es sind wirklich 737 m2 und das Haus hat darauf Platz.

Dietrich Bögli


#9

Es ist schon berührend, wenn endlich Material in Bewegung kommt und zwar in grösseren Mengen als beim Spatenstich.:slight_smile: Dies war der Fall als wir letzten Dienstag den Aushub für unser Haus in Angriff nehmen konnten. Der Baggerführer hat bereits um 7 Uhr mit dem Ausgraben von Wurzelstöcken begonnen. Um 7.15 wurde dann das erste mal mein “Lastwagen” (ein Traktor und ein Kipper) befüllt. Und dann gings ab damit in den Wald meines Vater, wo wir ein kleines “Wurzelstockdepot” machten. Bald stiess dann noch ein zweiter Traktor mit Kipper dazu, damit keine Wartezeiten entstanden. Nach den Wurzelstöcken wurde dann abhumusiert. Den Humus füllte der Baggerfahrer ebenfalls in unsere Kipper und wir führten diesen auf ein Feld, in welchem einige Unebenheiten ausgeglichen werden sollten. Da der Boden auf der Bauparzelle sehr tiefgründig ist und der Aushub ja nicht sehr tief wird (kein Keller), kam kaum anderes Material als Humus zum Vorschein. Schliesslich mussten wir aber schon bald mit dem Abtransport des Humus stoppen, damit noch genügend Material auf der Parzelle deponiert werden konnte. Um 17 Uhr war auf jeden Fall der letzte Kipper geleert und der Baggerfahrer hatte nicht nur den Aushub fertig, sondern auch den Humushaufen schön geformt und den zukünftigen Umschwung ausgeebnet.


#10

Die Hausinfo Webcam überträgt das Bauspektakel live! Hier einige Eindrücke des Baufortschritts:

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#11

Momenten ist auf unseres Baustelle ein regelrechtes “Gestellasch”. Denn es stehen überall Wandelemente oder Deckenelemente “herum”. Wobei diese natürlich wohlüberlegt und sicher abegestellt und mit Planen verpackt sind. Aber seltsam ist es schon, wenn eigentlich das ganze Haus dort ist, es aber als Haus noch nicht erkennbar ist :studier:. Kommt einem fast etwas vor wie Lego :slight_smile: .
Letzten Mittwoch wäre nach Zeitplan mit der Aufrichte begonnen worden. Leider hat der böige Wind dies dann verunmöglicht. Denn: Wenn Wandelemente von 11 m x 3 m Grösse und 40 cm Dicke, mit einem Autokran 7 m in die Höhe gehieft werden (denn irgendwie muss man ja über das Gerüst rüber kommen), dann sind böige Winde wirklich nicht das, was man sich wünscht. Denn schliesslich wollen wir ein Haus und nicht ein ganzes Quartier bauen.
Am Montag sieht das Wetter gut aus und wir können es kaum erwarten zuzusehen wie unsere “Legosteine” zusammengebaut werden. Übrigens: Jetzt dürfte es auf Webcam dann ziemlich spannend werden :wink:

Dietrich Bögli


#12

Ein unglaubliches Gefühl, wenn an einem einzigen Tag das eigene seit monaten geplante Haus zusammengebaut wird. Wie überdimensionierte Legosteine wurden die Wandelemente, welche immerhin eine Grösse von ca 10 x 2.8 m, mit einer Wanddicke von ca. 40 cm aufweisen, zusammengebaut. Eindrücklich wie jedes einzelne Element zuerst durch die Luft schwebte und anschliessend präzise am richitgen Ort platziert und fixiert wurde. Alles passte auf den Millimeter genau. Eindrücklich auch wie das 7-köpfige Team der Firma Steffen zusammenspielte: Jeder wusste genau wann er was zu tun hatte, alles war eingespielt oder abgesprochen. Und dirigiert wurde das ganze vom Chef der Equipe, der jederzeit die Übersicht über das ganze (Elemente, Team, bestehendes Haus) behielt und der durch nichts aus der Ruhe zu bringen war.
Abends um 4 Uhr war man bereits daran das Unterdach zu montieren und die ersten begannen aufzuräumen und Material zu sortieren. Ich meinerseits war immer noch damit beschäftigt mich an den Anblick des Hauses, unseres Hauses, zu gewöhnen. Plötzlich stand da einfach ein Haus! Und ich konnte bei jedem Bauschritt live dabei sein. :toll:


#13

Da ich während vieler Jahre mein “Sackgeld” fürs Studium als “Schreiner-Handlagner” verdiente, wollte ich unbedingt im Innenausbau unseres Hauses auch selber Hand anlegen. Das tat ich dann auch während meiner 14 Tage Herbstferien. In dieser Zeit sollten alle Innenwände isoliert und einseitig mit Fermacell-Platten beplankt werden. Zudem kam auf alle Aussenwände eine 2. Schicht Fermacell. Ebenfalls in dieser Zeit wurden die Fenster geliefert und sollten natürlich möglichst schnell montiert werden. Ein Haufen Arbeit also. Wir waren deshalb in dieser Zeit zu zweit oder sogar zu dritt auf der Baustelle.
Es war eine sehr spannende Zeit, um als Bauherr mehr oder weniger immer auf der Baustelle zu sein. Sämtliche Leitungen (Strom, Lüftung, Heizung, Wasser, Abwasser) wurden nämlich eingezogen. Faszinierend der Wirrwarr an Leitungen in Wänden, Böden und Decken. Vor allem beim Strom sah es zeitweise sehr chaotisch aus ;).
Vor Ort zu sein, wenn die Leitungen eingezogen werden empfiehlt sich sehr, gab es doch einige Details noch zu klären oder Platzierungen von Lampen oder Steckdosen noch anzupassen. Gerade im Elektrobereich sieht man häufig erst auf der Baustelle wo genau der Anschluss oder die Beleuchtung wirklich Sinn macht.
So konnte ich also meine 2 Wochen Baustellen-Ferien in vielerlei Hinsicht nutzen.
Ich freue mich schon, wenn wir über Weihnacht den Korkboden selber verlegen dürfen.


#14

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#15

Ich habe mir als Kind immer eine grossen Adventskalender gewünscht und in diesem Jahr wurde mir dieser Wunsche erfüllt. Unser Haus hat sich im Monat Dezember zu einer übergrossen Wunschtüte verwandelt. Plötzlich wie aus dem Nichts stand die Küche fertig montiert, ein paar Tage später waren die Wände verputzt und gestrichen, Lärchenplatten wurden angpasst,… Eines nach dem Anderen fügte sich zusammen. Und nun packen wir bereits fleissig Kisten, überlegen was wo seinen neuen Platz findet und ich kann es noch kaum glauben, dass wir in 10 Tagen schon in unserem neuen Heim. Unglaublich! Da sind die Rückenschmerzen vom Korkboden verlegen und die wunden Finger vom Fussleisten montieren schnell vergessen. Weihnachten ist doch nun durch und doch umgibt uns eine unglaubliche Vorfreude. Klar, auch viel Stress ist damit verbunden! Kind organisieren, administrativen Kram erledigen, Zügel- und Putzequipe organisieren (vielen Dank im voraus allen HelferInnen)… in meinem Kopf schwirrt es seit Tagen und in nächtlichen Stunden wälzen ich mich herum und suche oft vergeblich nach Schlaf. Aber was solls. Bald geht’s los und das ist gut so!


#16

Ich wünsche euch viel Kraft und Energie für den Umzug. Und viel Freude natürlich auch :slight_smile:

Cucaracha


#17

Moin zusammen,
ich habe eine Frage: Gibt es unter euch Hausbauern auch welche, die einen eigenen Blog haben, mit dem sie den Status des Hauses festhalten?
Das ist eigentlich eine coole Sache #denkanstoß!


#18

Auf so etwas muss man erstmal kommen…


#19

Einen Blog für einen Hausbau?! Naja :slight_smile: Ich glaube in so einer Zeit hat man andere Sorgen … :slight_smile:

Viel Erfolg für das Haus!


#20

Hello,

ich finde es immer wieder schön zu sehen, wie sich ein Haus langsam aus dem Boden erhebt und immer mehr zu einer kleinen idyllischen Heimat für eine ganze Familie wird.

Nachdem wir aus unserem alten Haus ausgezogen sind bzw. dieses verkauft haben, steht demnächst wieder ein Hausbau bei uns an. Da wir diesmal kein Fertighaus wollen, haben wir uns schon etwa bei www.ranardo.net/hausbau/hausbau.html über den Hausbau informiert.

Ich bin auch am überlegen, ob ich einen Blog ins Leben rufe, wo ich meine Freunde täglich von unseren Fortschritte berichten kann.