Wer hat Erfahrung mit dem Blower-Door-Test?


#1

Guten Abend!

Mein Vorgesetzter hat mich gebeten, mich mit neuen Methoden zu beschäftigen, mit denen man Undichtigkeiten in einer Gebäudehülle ermitteln kann. Ich habe also ein bisschen gegoogelt und mich informiert.

Dabei habe ich einen Test gefunden, den man Blower-Door-Test nennt. Angeblich ist das ein schnelles und vor allem kostengünstiges Verfahren. Das wäre perfekt für uns – hat vielleicht von euch schon mal jemand Erfahrungen mit dieser Vorgehensweise gemacht?


#2

Hallo!

Wir wenden das Blower-Door-Testverfahren regelmäßig an!

Es ist wirklich schnell und einfach durchzuführen. Man braucht dazu einen Ventilator, der in eine Plane gespannt wird, die luftundurchlässig sein muss und mit Spezialklappern in eine Gebäudeöffnung eingebaut wird.

Damit kann man die Druckdifferenz zwischen der Innen- und Außenluft, die je nach Größe des Gebäudes einen bestimmten Wert haben muss (der ist von der Norm festgelegt). Daraus kann man schließen, wie oft die Luft wegen Beschädigungen in der Mauer ausgetauscht wird – ein Indikator für die Qualität der luftundurchlässigen Schicht!


#3

Hey!

Danke für deine ausführliche Erklärung! Jetzt wird mir einiges klarer. Ich hab gesehen, der Grenzwert liegt da bei 3,0 / h – wie kann man das verstehen?!

Und wie findet man danach heraus, wo die Beschädigungen im Gebäude sind?


#4

Hoi!

Meine Firma arbeitet auch mit dem Blower-Door-Test! Wir wenden ihn gerne an, weil der Nachweis die Voraussetzung für die Anrechnung einer Lüftungsanlage im ENEV Nachweis ist. Je niedriger die Luftwechselrate, desto besser die Bewertung im Energieausweis. Dadurch bekommt man auch höhere Fördermittel von der KfW.

Wenn man das früh genug durchführt, kann es auch möglich sein, dass die Dämmung im Dach oder der Außenwand geringer ausfallen kann.

Lies mal auf dieser Homepage der Planungsgesellschaft für Energieeffizienz nach, da wird alles genau beschrieben: https://www.bode.ms/private-immobilien/blower-door-messung/


#5

Hallo nochmal!

Der Grenzwert nach der Energiesparverordnung gibt an, dass bei einer Druckdifferenz von 50 Pascal (vorgegeben) in einer Stunde maximal das 3-fache Gebäudevolumen an Luft ausgetauscht werden darf. Klingt komplizierter als es ist – bei einem Gebäude mit einer lüftungstechnischen Anlage zum Beispiel darf maximal ein 1,5-facher Luftaustausch gefördert werden. So sind die Anlagenverluste möglichst gering.

Die Beschädigungen können mit einer sogenannten Leckage-Ortung gefunden werden. Man kann dabei zum Beispiel mit einem Handnebelgerät den Luftstrom nachvollziehen.

Ich persönlich finde ja, dass es auch möglich ist, undichte Stellen mit der Hand zu erfühlen!


#6

habe ich bei meinen Nachbarn gesehen