wir bauen unser Traumhaus


#1

Hallo zäme, wir sind die Familie Schafer. Wir haben das Forum „entdeckt“ über www.hausinfo.ch – wir haben im letzten Jahr viel von dieser Plattform profitieren können und möchten nun im neuen Forum unseren Weg zum Traumhaus mit interessierten teilen, nach dem Motto „lessons learnt“ – direkt von den Bauherren.

Wir sind aktuell in der Endphase und können in rund zwei Monaten in unser neues zu Hause in Schmitten einziehen. Wir, das sind:
Michel & Caroline
Laura & Sarah (1 ½ Jahre alt)
Mogli & Schnüffi (die zwei faulsten Katzen der Welt…)
Wir wohnen momentan noch in einer Dinki-Wohnung (double income no kids) – Dach-Maisonnette, Loft-mässig grosse Räume, Galerie, Traumbad mit Rundbadewanne und Sicht durch Dachfenster in den Himmel, Whirlpool im Wintergarten und und und.
Seit der Geburt unserer Zwillinge ändern sich die Bedürfnisse jedoch grundlegend. Unser Zustand ist: Dkni(double kids no income…). Wir sind viel mehr zu Hause (und sitzen die Hypothekarkosten ab…:-)) und wünschen uns einen Rasen für unsere Kinder und für uns… Nun dies hat uns dazu bewegt, das Projekt „Einfamilienhaus“ anzugehen.


#2

Das war für uns das wohl schwierigste Kapitel – Bauland finden nach folgenden Kriterien:

  1. im Dorf gelegen und innerhalb einem Quartier;
  2. Dorf mit Einkaufsmöglichkeiten, Schulen, Bahnanschluss;
  3. Deutschsprachig
  4. Etwas Aussicht
  5. Zahlbarer m2-Preis…
  6. Etwas mehr als 400 m2 Land, damit wir ums Haus laufen können
  7. „muss auf den ersten Blick gefallen“

Nun ja, wir haben viel gesucht – zuerst unstrukturiert und nach erfolglosen Monaten haben wir dann eine Nutzwertanalyse erstellt. Darin haben wir folgendes „ausgewertet“ bzw. evaluiert:

  • Nähe Autobahnanschluss
  • Einkaufsmöglichkeiten
  • Schulen, Kindergarten, Spielgruppe, Kribbe
  • Bahnanschluss ja/nein
  • Arzt, Zahnarzt
  • Distanz von/nach Bern mit dem Zug
  • Distanz von/nach Bern mit dem Auto
  • Stau auf dem Arbeitsweg…
  • hat es neue Quartiere bzw. Häuser im Dorf?
  • „Wohlfühl-Faktor des Dorfs“
  • Steuern
    Wir haben dann nach und nach (natürlich bevor die Kinder geboren waren; damals hatten wir noch viieeeeeeel Zeit :slight_smile: ) die Ortschaften besucht und bei denjenigen die gefielen haben wir uns via Gemeinde auf die Suche nach Bauland gemacht. Natürlich mussten wir Kompromisse machen, aber hierfür hatten wir ja die Priorisierung der Kriterien (sehr wichtig war z.B. Einkaufsmöglichkeiten, Schulen und m2 Preis des Lands).

#3

Besucht haben wir einige Parzellen, die schönen waren zu teuer oder nur über einen 99-Jahre Mietvertrag zu haben. Wir haben auch mit Hilfe von Google Maps die Lage der jeweiligen Gemeinden bzw. Baugrundstück „vor-evaluiert“.
Zu guter letzt sind wir im Nachbardorf fündig geworden… mehr durch einen Zufall. Eine grössere Parzelle (rund 7‘000 m2) wurde umzoniert und wir konnten bereits ein Stück „Wiese“ erstehen welches danach noch erschlossen wurde.


#4

Der Architekt war gegeben – es bestand auf dem Bauland eine Architekturverpflichtung. Uns war aber klar, dass wir keinen „Beton-Bau“ wollten aber auch kein Chalet – es soll gemütlich & wohnlich aber auch einen Touch vom modernen drin haben. Also haben wir insbesondere zu Beginn in der Planung sehr viel Zeit mit den Anforderungen und Wünschen verbracht. Der Architekt hat uns dann jeweils wieder Grobpläne und Skizzen gezeichnet oder uns beraten. Zu Beginn war unser Schloss natürlich das Doppelte vom eigentlichen Budget… Aber die Beratung war gut und noch vor der Detailplanung hatten wir Einigkeit wie das Haus werden sollte. Die Beratung und Begleitung in dieser wichtigen Phase war für uns als „Bau-Laien“ eine sehr gute Investition.


#5

Gut Ding will Weile haben…
Wir haben ja schliesslich jahrelang diverse Haus-Zeitschriften studiert und waren einige Häuser am „Tag der offenen Türe“ besuchen – bis nach Deutschland… Wir hatten also ziemlich konkrete Vorstellungen:

  • Freiraum für die Kinder (sowohl im Haus wie auch draussen)
  • Zwei Kinderzimmer mit eigenem Bad
  • Schlafzimmer mit integriertem Bad (unser Reich…)
  • Gästezimmer mit eigenem Bad
  • Büro
  • Bastelzimmer
  • Grosse Fenster
  • Alle Storen elektrisch
  • Rasenfläche mit Zaun
  • Südliches Flair (Palmen, Ferienstimmung,…)
  • Pavillon im Garten
  • Teich
  • Zwei Garagen
  • Kein Flachdach
  • Minergie-Standard mit kontrollierter Lüftung
  • Keine Heizung mit Heizöl oder Gas
  • Internet-Verkabelung im ganzen Haus
  • Zentrale Musikanlage mit Lautsprechern im ganzen EG
    Die Wünsche waren gross, Abstriche mussten gemacht werden, denn wenn man neben die Wünsche und Träume Zahlen setzt, dann wurden unsere Augen immer grösser (war da nicht noch ein reicher Onkel in Amerika…….???).
    Von allem nicht wirklich wichtigem konnten wir uns mit der Zeit trennen. Die kontrollierte Lüftung hatte mich am härtesten, aber wir mussten uns entscheiden zwischen Garage/Reduit für Kinderwagen etc./Loggia und der Lüftung… Nun ja…
    Hatten wir das Budget erreicht – der Architekt schätze jeweils die m3 unserer Pläne und multiplizierte diese mit 700.- je m3 – sind wir in die Phase „Detailplanung“ übergegangen.

#6

Minergie sollte es schon sein – schliesslich sieht man dies in allen Zeitschriften… Wir waren hatten sogar eine Grobplanung für ein Minergie-P Haus durchgeführt. Da wir aber gerne etwas wärmer haben im Haus haben wir diese Variante wieder gestrichen.
Klar war, dass wir Erdsonden-Wärme wünschen, dies schien uns die beste Lösung und gibt am wenigsten zu tun. Fussboden-Heizung musste auch sein, denn kalte Platten im Winter = immer Socken oder Finken anziehen… nö nö.
Die kontrollierte Lüftung viel schlussendlich noch vor der Detailplanung raus; wir hatten von unserem Bankberater gehört, dass zwei Kunden mit dieser Lüftung nicht sehr zufrieden waren (Lärm und Zug bei den einten und Feuchtigkeitsrückstände und dadurch Katzenhaare in den Rohren bei den anderen). Dies, gepaart mit der Investition von rund 15‘000.-, hat schlussendlich auch mich überzeugt, diesen Posten einzusparen. Ich habe der Lüftung aber dennoch ein bisschen nachgetrauert, kann man dies später doch nicht nachrüsten…


#7

Unsere erste Vorstellung in Sachen Budget mussten wir revidieren. Es ist einfach unmöglich ein einigermassen „gefälliges“ Haus für das uns avisierte Budget zu bauen – ausser natürlich es kommt von der Stange und wir würden von unseren Wünschen – diejenigen die nach den vielen „Streichkonzerten“ noch geblieben sind – weitere Abstriche machen.

Der Architekt hat uns jeweils mitgeteilt, dass er nicht weiterfahre ohne dass wir uns mit der Bank hinsichtlich Finanzierung abgesprochen haben. Fact war, dass:

  1. Unser Land doch etwas teuer war;
  2. Das restliche vom Gesamtbudget um 170‘000.- aufgestockt werden musste;
  3. Wir beinahe alle Reserven schon „verpufft“ hatten bevor der erste Bagger auffährt…

Wir sich aber in der Ausführung zeigte, hatte der Architekt jeweils gut gerechnet. Viele kleinere Wünsche (Minergie-Passiv Fenster und Isolation, freistehende Badewanne, unser eigenes Traumbad, Internet im ganzen Haus, alle Storen elektrisch und weiteres) konnten im Rahmen des Budget ermöglicht werden.


#8

Da wir heute bereits in einer Eigentumswohnung leben, kannten wir die unterschiedlichen Hypothekarmodelle etwas. Dennoch haben wir – um das Risiko dennoch etwas abzusichern – für unser neues Haus verschiedene Hypothekarmodelle kombiniert wohl auch deswegen, weil uns die aktuellen Hypotheken-Angebote eher „teuer“ schienen.
Wir haben auch versucht bei einer Grossbank, wo wir doch immerhin seit Jahrzehnten zwei Konti besitzen, eine Gegenofferte zu unserer „Landbank“ einzuholen. Dieser Versuch blieb leider erfolglos – die Beratung war uns überhaupt nicht sympathisch. Wir vertrauen also weiterhin unserem bestehenden „Bänker“ das er uns ein gutes Angebot macht…
Wir haben für das Land eine fixe Hypothek gewählt. Das Haus läuft auf einer Libor-Hypothek die fortlaufend um die Zahlungen an die Partnerfirmen erhöht wird. Wird der Kurs etwas besser werden wir wohl den „Hausteil“ auch auftrennen und einiges davon als fixe Hypothek absichern. Wir haben zudem unsere Pensionskasse und die 3. Säule verpfändet um ein besseres „Rating“ bei der Bank zu erhalten und natürlich auch um unser einzubringendes Eigenkapital möglichst gering zu halten.


#9

Kurz uns schmerzlos war der Gang zum Notar (ausser das uns nach dem 15. Mal unterschreiben beinahe der Arm abgefallen ist :)) – nun ja, der Schock kann danach: Die Rechnung Für Notar, Verschreibung, Grundbuch etc. (das hätte ein schönes Bus-System oder einen schönen Naturteich gegeben…). Es war ja budgetiert und wir waren eigentlich vorgewarnt; aber dennoch für sowenig Papier soviel Geld - und es ist noch kein Stein gesetzt worden…

Organisieren mussten wir glücklicherweise in diesem Bereich nichts. Die Firma welche uns das Land verkauft hat, hat alles organisiert. Da unser Fleckchen zudem noch Wiese und nicht Bauzone war zum Zeitpunkt des Kaufs, hat uns die Firma bei der Erarbeitung der Quartierplanung fortlaufend informiert. Auch den Vertrag bzgl. Erschliessung erhielten wir mit einigen Wochen Vorlauf so dass wir diesen durch einen neutralen Dritten juristischen Fachmann prüfen lassen konnten.


#10

Freunde herrscht :slight_smile:
Jetzt sieht man zumindest auf dem Papier etwas das entsteht und wie unser künftiges Traumhaus aussieht. 1:50 Pläne – wow! Für uns Bau-Laien kam das grosse Staunen an was in den Detailplänen alles gedacht werden muss. Da ist sogar festgelegt, ab welcher Ecke der Plättler zu beginnen hat, auf Plänen 1:20, teilweise mit Details im Massstab 1:5!
Zu Beginn unseres Projekts hatten wir eigentlich nur mit dem Architekten zu tun – nun kam die Zeit wo wir uns dem Bau-Projektleiter (Roman) anvertrauten. Er führte unser Projekt in die Realisierung.
Für uns und Roman war dies eine zeit-intensive Phase. Zeit die wir nicht oder nur sehr begrenzt hatten. Schliesslich galt es jedesmal einen Babysitter zu finden der sich das hüten von Baby-Zwillingen zutraut; nicht einfach…
Aber wir haben es dennoch geschafft, mit viel Hilfe von Roman. Er hat jeweils unsere Wünsche zu spüren versucht und hat dann eine Vor-Evaluation getroffen nach dem Motto: Das liegt drin, das nicht – geht hierhin aber nicht dorthin. Wir waren uns meist einig – ausser bei den Lavabos: Wir wollten Runde – er Eckige (weisch no Roman gäu, faus du üsi Blogs liesisch :slight_smile: ).
Das für uns absolut aufwendigste in dieser Phase (muss ja auch gesagt werden) war der Bereich Sanitärapparate. Ganze vier Mal mussten wir losziehen mit dem Auftrag „wir müssen weiter einsparen, sonst sprengt es das Budget“. Ausgerecht der Sanitärbereich, wo wir doch laut Architekt eigentlich mit 32‘000.- für drei Bäder und ein Besucher-WC reichlich budgetiert hätten. Aber bei Preisen von 1‘850.- für einen Wasserhahnen, wohl gemerkt ohne Montage oder Montagezubehör, mussten wir einfach irgendwo reduzieren. Schlussendlich gönnten wir uns im Elternbad und im Kinderbad doch einiges an Luxus, dagegen wurde das Gäste-WC und das Besucher-Bad auf das Minimum reduziert und in Sachen Materialien auf preiswertes gesetzt.


#11

Hallo zusammen

Besten Dank für die spannenden und ausführlichen Berichte. Ein Lehrstück für alle angehenden “Häuslebauer”. Was ihr mit allen gemeinsam habt: Wasserhahnen sind “schweineteuer” :slight_smile:

Viel Glück, Hausi


#12

Unsere Investition in das „Rundum-Sorglos-Betreungs-Paket“ durch den Bau-Projektleiter zahlt sich aus. Er führt für uns die gesamten Submissionen durch, handelt Rabatte, Skonti und Teilzahlungen aus, vergleicht für uns Offerten und bereinigt diese ggf. mit den Anbietern, arbeitet alle Werkverträge in unserem Namen aus und schickt uns jeweils dicke Umschläge per Post zu:

  • Vergabe Arbeiten mit Vergleich von drei Anbietern mit seinem Vorschlag
    -Werkverträge mit Fixpreis oder nach Aufwand mit Kostenoberdach mit der Bitte 3x unterzeichnen, 1x für euch, 2x für mich…

Das waren unsere Impressionen während der Phase der Ausschreibungen. Wir konnten hier unsere doch sehr knappe Freizeit meist für uns als Familie nutzen ohne am Weekend Offerten einholen und vergleichen zu müssen oder etwa stundenlanges preisvergleichen bei Bauhaus, Obi & Co. – aaaaahhhh, eine Wohltat.


#13

Unser Architekt hat uns früh angesprochen, ob wir Familie oder Freunde haben welche für Offerten angefragt werden sollten. Es waren genau deren vier. Zwei davon kannte Roman (unser Bau-Projektleiter) bereits. Um die anderen beiden Kollegen (einen Küchenbauer und einen Bodenleger) an Bord zu holen mussten wir Roman erst noch überzeugen…
Wir haben uns bereits sehr früh mit Roman auf folgendes geeinigt:

  • Nur Handwerker aus der Region (da kann ich dann anrufen wenn ich eine Frage habe… und schliesslich verdienen wir unseren Lohn auch in der Schweiz mit Schweizer Kunden)
  • Keine Subakkordanten aus Deutschland oder anderen Nachbarländern zuzulassen
  • Mit Ausnahme unserer beiden Kollegen, nur Partnerfirmen offerieren zu lassen, mit welchen Roman bereits gute Erfahrungen gemacht hat

Ich denke mit dieser Wahl sind wir gut gefahren. Heute, wir ziehen ja in 3½ Wochen bereits ein, hatten wir:

  • Keine bösen Überraschungen (bis jetzt……:slight_smile: )
  • Keine Partnerfirmen die uns Privat angerufen haben um sich zu beschweren
  • (fast) keine Budgetüberschreitungen (bei der einten konnte Roman sich durchsetzen und es blieb bei rund 2‘500.- nachvollziehbaren Mehrkosten)
  • Keinen Schlichtungsmeetings mit aufgebrachten und sich benachteiligt gefühlten Handwerkern

Und hinsichtlich Planung hat es sich auch gelohnt – wir ziehen bereits 4 (vier!) Wochen vor dem geplanten Termin ein. Die Handwerker, welche sich beinahe alle untereinander kennen, haben sich jeweils selbst abgesprochen um die Arbeiten durchzuführen. Wer sagt denn hier „immer nume Lämpe mit de Handwärker“?


#14

Zwei linke Hände und zwei linke Füsse… das trifft so ziemlich zu (irgendwie bin ich ja auch im Büro gelandet).

Als uns der Architekt fragte ob wir auch Eigenleistungen erbringen wollten antworteten wir beide im einstimmig: „Solange wir das Auswählen von Badezimmern und Böden nicht aktivieren können – nein…:slight_smile:
Einige unserer Kollegen machen Eigenleistungen in und ums Haus. Unsere künftigen Nachbarn sind bei jedem unserer Besuche im Haus mit grossen Geräte in ihrem künftigen Heim unterwegs. Nicht auszudenken was passieren würde, wenn ich eine Bohrmaschine in die Hände kriegen würde. Nun ja, unser Haus ist deswegen auch nicht in der Grösse einer Villa da wir wirklich alles durch die Partnerfirmen machen lassen. Wir wünschen uns einziehen und gleich „loswohnen“ zu können ohne noch Monate und Jahre auf einer Baustelle oder mit nicht-ausgebautem Keller hausen zu müssen.
Dies ist aber ein wichtiger Entscheid, denn ein „Vollausbau“ schlägt ganz schön ins Geld. Wer da Profi-Do-It-Yourself-Handyman ist sollte dies sicherlich gut überlegen.


#15

Vieles an Werbung und etliche Anrufe haben wir erhalten. Wir haben aber schnell bemerkt, dass wir auch im Bereich Bauversicherungen Hilfe benötigen. Was ist zwingend nötig, was ist ratsam und welche Versicherungen können wir uns sparen.

Nachdem wir unseren Versicherungsvertreter, bei welchem wir alle Versicherungen abgeschlossen haben, sowie Roman den Bau-Projektleiter befragt haben und bemerkt haben das unter beiden Einigkeit herrscht (ohne das sich beide je gesehen hätten), haben wir sogleich die Verträge unterzeichnet.

Wir haben für unseren Hausbau die nachfolgenden Versicherungen abgeschlossen:

  • Bauherren-Haftpflicht für 5 Mio. CHF je Ereignis
  • Bauwesen-Versicherung mit einem Selbstbehalt von CHF 5‘000.- je Schadenfall

Hinzu kommen dann ja die Versicherungen sobald wir eingezogen sind. Hier haben wir folgendes abgeschlossen:

  • Hausratversicherung (nach dem Umzug minus 30‘000.- / das haben wir alles „entsorgt“ :cool: )
  • Gebäudeversicherung (wir wohnen im Kanton Freiburg)
  • Freilegungskosten von Wasserleitungen (wir haben hier leider schlechte Erfahrungen gemacht…)
  • Gebäudeverglasung

#16

Yippieee wir sind wieder „online“ – unser alter Provider hat uns den Internetzugang bereits Ende August gekappt und der Provider am neuen Ort hat aus versehen „Abbestellen“ anstelle „Freischalten“ gedrückt…
Die Realisierung beginnt, der Bagger fährt auf. Den Spatenstich erfolgte am 10. März 2008. Unser erster Baustellenbesuch war am 18. März – da war, ausser einem Bagger und einem grossen Hügel, nicht viel zu sehen.
Unser Aufwand mit der ganzen Bauerei verringert sich jetzt, da wir ohnehin nicht viel verstehen von Rohbau, Beton & Co. Jetzt ist unser Bau-Projektleiter Roman gefragt. Wir erhalten wöchentlich ein Protokoll von der Baustellensitzung. Darin ersehen wir den Stand der Arbeiten, Pendenzen, Arbeiten der Folgewoche – für uns ausreichend. Sind wichtige Entscheide durch uns als Bauherrschaft zu fällen, so „übersetzt“ Roman für uns was zu Entscheiden ist und macht uns Skizzen oder gibt entsprechende Empfehlungen ab so dass wir etwaige Auswirkungen verstehen.
Während der Rohbauphase gehen wir alle zwei Wochen auf die Baustelle um den Fortschritt zu sichten. Immer ausserhalb der Arbeitszeiten – wir wollen ja die Spezialisten nicht stören :smiley:


#17

Der Rohbau ging ziemlich an uns vorbei. Einzig eine Wand mussten wir betonieren lassen, da darin soviel Schläuche vorgesehen waren, dass das Haus wohl nicht stabil genug war auf diesen „gelöcherten“ Ziegelsteinen.
Caroline war einmal zufällig während der wöchentlichen Bausitzung auf der Baustelle. Unser Bau-Projektleiter Roman schien die „Meute“ in Griff zu haben. Während der Bausitzung wurde nicht geschwatzt, weggelaufen oder telefoniert. Jeder erhielt seine Anweisungen - Firmen welche neu auf der Baustelle waren, wurde eingewiesen.
Wir haben auch gespürt als Roman drei Wochen in Urlaub war. Die Baustelle war ein einziger Abfallhaufen. Drei 60-Liter Abfallsäcke haben wir an Abfall rund ums Haus zusammengetragen, sogar die Gemeinde hat sich beschwert der Dreck gelange mit dem Wind bis auf die Strasse… Das hatten wir sonst während der ganzen Bauzeit von rund sechs Monaten nie.
Die Fotos zeigen einige Impressionen – aus den Augen der Bauherren (inkl. Kommentare von den Bau(laien)-herren).


#18

Jetzt kommt unsere Zeit in der ganzen Bauerei. Mit dem Innenausbau nimmt das Haus gestalt an und wir können doch nun etwas mitreden oder sehen zumindest wie es dann fertig aussehen wird.
Jetzt geht’s rund. Aus dem Protokoll der wöchentlichen Bausitzung können wir erahnen, wieviel verschiedene Fachspezialisten im und ums Haus aktuell tätig sein müssen. Ein emsiges treiben fast wie im Ameisenhaufen :slight_smile:
Der Plättler legt die Platten im Erdgeschoss und in den Bädern. Die Wände werden mit Abrieb versehen, Türrahmen werden gestrichen, die Waschküche erhält einen wasserfesten Anstrich.
Unsere Badmöbel werden montiert und der Sanitär platziert Waschbecken, Badewanne, Duschen und sämtliche Armaturen.
Die Küche: Sprichwörtlich in letzter Minute haben wir noch eine Änderung durchgeben. Wir haben einen schönen, ziemlich grossen, Esstisch gesehen. Nun ist leider der vordere Teile der Küche zu breit für den Tisch. Nach kurzem Überlegen haben wir die an der Küche angebaute Bar gestrichen zugunsten des neuen Tisches.


#19

Am Anfang bei der Planung hat uns der Architekt gefragt, ob wir Eigenleistungen erbringen wollen. Damals haben wir als spasseshalber gesagt, dass wir ausser Staubsaugen wohl nichts können auf dem Bau…
Einige Wochen vor dem Einzug, die Böden sind mittlerweile verlegt, klingelt das Telefon und der Bau-Projektleiter teilt uns mit, dass die Zeit für Eigenleistungen gekommen sei?!? Nun gut, wir machen uns auf dem Weg mit dem Hausstaubsauger um die Böden einigermassen sauber zu kriegen so dass von den hereingetragenen Steinen keine Kratzer entstehen. Wir haben zudem auf allen Böden Maler-Bodenkarton aus dem Bauhaus ausgerollt und verklebt.
Guter Tipp: Der Hausstaubsauger ist nicht für Baureinigung gemacht. Unser 600.- Rowenta Staubsauger hat sogleich den Geist aufgegeben…
Die Endreinigung vor dem Einzug wurde von einer Reinigungsfirma gemacht. Die hatten Maschinen und das geeignete Know-how. So konnten sie in nur einem Tag das gesamte Haus – wohl gemerkt inklusive Fenster, Storen etc. – von oben bis unten gründlich reinigen.
Nach der Reinigung haben wir die „Verkehrsflächen“ im gesamten Haus erneut mit Maler-Bodenkarton verlebt für den Umzug. Dies hat uns grosse Putzarbeiten nach dem Einzug erspart…


#20

Als wir uns damals entscheiden haben ein eigenes Haus zu bauen erhielten wir 1001 gute Tips. Die meisten hatten implizit oder explizit die Aussage „es ist immer teurer und dauert dreimal länger als geplant“ dabei.
Bezüglich Kosten na ja, wir haben unser ursprüngliches Budget nicht eingehalten (bei weitem nicht), aber für unser Budget gabs ja auch kaum ein Haus… Die aktuellen Kosten (inklusiv Forecast bis Projektende) sind knapp unter dem zu Beginn budgetierten Kostenvoranschlag.
Das Beste aber ist: Wir ziehen einen ganzen Monat früher ein als geplant! Und: Ja wir haben eine funktionierende Küche, ja wir haben überall Strom und Wasser, ja die Rolländen sind da und funktionieren und ja alle Sanitärapparate sind montiert.
Was mit dem „Endpurt“ nicht mithalten konnte ist der Autounterstand und die Gärtnerarbeiten. Die Montage des Unterstands beginnt in der Woche nach unserem Einzug. Ebenfalls ist der erste Teil der Bepflanzung dann vorgesehen.
Zügeln, da sind wir Experten. In unserer Eigentumswohnung waren wir 5 Jahre und 6 Monate – Rekord! Vorher haben wir beinahe im Jahresrhythmus Wohnung, Wohnort, Kanton und Land gewechselt…
Fünf Jahre in der gleichen Wohnung und doppelter Nachwuchs: Da sammelt sich einiges an. Caroline hat schon Monate vor dem Umzug mit auf- und einräumen begonnen. Wenn die Kids jeweils einige Stunden oder sogar Tage weg waren wurde gemistet. So haben wir Hunderte von Kilos entsorgt, vererbt, ins Brockenhaus oder zum Roten Kreuz gebracht.
Wir haben bereits einige Tage vor dem Umzug die Küchenutensilien gezügelt und im Haus eingeräumt.
Schwierig war dann der Umzug des 200 kg Whirlpools. Es musste von Wintergarten durch die ganze Wohnung auf den Balkon gerollt werden. Dort (im 3. Stock) wurde er mit dem Kran runtergebracht. Ebenso fanden der schwere Holz-Esstisch und das überdimensionale Bretz Sofa den Weg über den Balkon runter…
Der eigentliche Umzug ging am Folgetag über die Bühne. Es ging alles reibungslos über die Bühne. Zwei Teams kümmerten sich um Ab- bzw. Aufbau der Schränke. Sechs Leute transportierten die ganzen Kisten und Möbel, welche wir nicht zerlegt haben (Kinderbetten, kleinere Möbel, Pflanzen). Um 18:30 war alles im Haus und die Wohnung vollkommen leer.